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EVS - Europareise
Das war eine lange Woche…
Ich weiß nicht, ob ich schon einmal ein so langes Stück Weg in einer so relativ kurzen Zeit zurückgelegt habe. Mein Abenteuer fing am Donnerstag letzter Woche an, als ich in den Zug Düsseldorf - Warschau einstieg. Über zwölf Stunden beobachtete ich nicht nur die Passagiere, sondern auch die sich ändernde Landschaft. Den strömenden Regen in Düsseldorf tauschte ich mit dem Schnee in Posen und erreichte schließlich den Warschauer Bahnhof. Dort stieg ich in einen anderen Zug um, der mich ins sonnige Lodz brachte.

 

Image In Lodz verzichte ich auf den Nahverkehr, wählte eine schönere Strecke und ging zu Fuβ bis zur Jugendherberge. Ich weiß, dass ich mich schon oft für Städte begeistert habe. Ich habe ja sogar geschrieben, dass, wenn Dresden eine polnische Stadt wäre, ich gerne nach meinem Freiwilligendienst dorthin umziehen würde. Doch ich brauche nicht länger nach solch einer polnischen Stadt zu suchen! Ich habe sie endlich gefunden! Viele Gebäude in Lodz sind zwar nicht renoviert und sehen nicht so prachtvoll aus wie in Dresden, aber als ich die Traugutta Straße entlang ging, konnte ich meinen Blick nicht von den historischen Häusern abwenden. Nur schade, dass sich keiner um sie kümmert… Das Team, das uns die Jugendherberge organisiert hat, möchte ich hiermit herzlich grüßen. Von unseren Fenstern konnten wir die Lodzer Manufaktur bewundern und in der Nähe gab es auch ein Theater. Schade, dass wir dort nur ein Wochenende verbrachten. Zum Glück schafften es Kinga, Kasia und ich das Semafor zu besichtigen (das bekannteste Filmstudio in Polen) und dem Miś Uszatek (ein Bär aus einer polnischen Gutenachtgeschichte) die Hand zu drücken. Nachdem ich mich ein wenig mit polnischen Kartoffelklößen gestärkt hatte, setzte ich mich auf eine Bank mit Herrn Tuwim (polnischer Dichter). Ein toller Vorgeschmack auf den nächsten Ausflug nach Lodz. Es gab noch viel zu besichtigen, z. B. verschiedene Parks und einen botanischen Garten. Und nach den langen Spaziergängen suchte ich ein schönes Lokal im Rokoko-Stil auf und probierte dort eine von den Tausend dort angebotenen Teesorten.


Es war nicht leicht Lodz zu verlassen, aber als Belohnung erwartete mich am nächsten Tag ein neues Abenteuer – die Reise nach Belarus! Das war eine „Dienstreise“, um unser Sommerprojekt Panda BY-Projekt vorzubereiten. Visen bekamen Monika, Simone und ich problemlos. Nun war die Frage, ob die Zollbeamten unser deutsch-polnisches Team nach Belarus einreisen lassen würden. Nach ersten Überraschungen mit der grünen Karte, die an der Grenze nicht zu kaufen ist, wurden wir von den polnischen Zollbeamten weiter gelassen. Der belarussische Beamte behauptete, Monika und ich könnten einreisen, Simone nicht. Der Grund wurde aber ganz schnell geklärt. Es ging darum, dass Simone keine belarussische Krankenversicherung hatte. Nun sollten wir diese einfach schnell in der Bude kaufen. Und gab es gleich die nächste Überraschung: man kann nicht mit Zloty zahlen, dafür aber sind zwei Dollars gleich viel wert wie zwei Euros. Trotz aller Warnungen vor den Unannehmlichkeiten, die uns an der Grenze hätten erwarten können, schafften wir es, in einer halben Stunde die Grenze zu passieren! Hurra! Dann kam die zweite Überraschung: von solchen Straßen wie in Belarus kann Polen nur träumen. Und noch eine Bemerkung zu diesem Tag: die Ampeln für die Fußgänger zeigen die zum Überqueren der Straße übrig bleibende Zeit! Da wir nach dem ganzen Tag einen Bärenhunger hatten, ließen wir das Gepäck in den Hotelzimmern und rannten ins Restaurant. Unser belarussischer Begleiter, Vladek, empfahl uns eine Suppe: Solianka, dazu belarussisches Brot. Köstlich! Vladek behauptet, das Brot schmecke am besten in Litauen, doch davon ließ ich mich nicht überzeugen und kaufte einen halben Brotlaib.


Image Wir hatten ursprünglich vor einen Spielplatz für ein Kinderheim bei Grodna zu bauen, doch einige Tage vor unserem Treffen erfuhren wir von der Stadtbehörde, dass wir doch keine Baugenehmigung bekommen würden. Ganz schnell aber gelang es, ein anderes Kinderheim zu finden. Dieses Mal jedoch ein ziemliches Stück weiter bei Minsk. Am Dienstagmorgen mussten wir also von Grodna aus bis nach Stańkowo. Das Wetter war günstig, sodass wir nur eine kurze Pause für einen Kaffee und das Auftanken machten. Und hier der nächste Unterschied zu Deutschland und Polen: man muss zuerst bezahlen und erst dann kann man tanken. Endlich erreichten wir Stańkowo, wo sich das Kinderheim befindet. Wir lernten Herrn Vazlav (den Kinderheimdirektor) kennen, der polnische Wurzeln hat. Nach der Führung lud uns Herr Vazlav zum kleinen Imbiss ein. Meine Vorsätze für die Fastenzeit litten leider deutlich. Ich konnte dem Direktor nicht verweigern die vorbereiteten Süßigkeiten zu kosten… das wäre doch unhöflich gewesen! Der Kinderheimleiter stellte fest: „Sagt mir, welche Materialen ihr braucht und ich besorge alles, nur fahrt nirgendwo anders hin, um den Spielplatz zu bauen.“ Wir waren glücklich. Nach Grodno kehrten wir voller Energie und Enthusiasmus zurück. Wir sind sicher, dass unsere Gruppe es schafft einen Spielplatz zu bauen, egal ob im strömenden Regen oder im Sonnensschien. Auf dem Rückweg trafen wir Frau Winter, brrr… Wer hätte erwartet, dass es so kalt werden würde. Der Mittwochmorgen begrüßte uns mit Schnee. Wir nahmen den falschen Weg und statt die Grenze in Kuźnica zu erreichen, kamen wir in Bobrowniki an (zu meiner Freude, weil wir noch ein bißchen von Belarus sehen konnten, schöne bunte Holzhäuser auf dem Lande, besonders gefielen mir die blauen). Wir dachten nach, wie lange wir dieses Mal wohl brauchen würden um die Grenze zu passieren. Aber wir wurden wieder überrascht. Die belarussischen Zollbeamten waren ganz höflich und fragten, wie uns Belarus gefallen hat. In den Kofferraum guckten sie nur „pro forma“ hinein. Mehr Aufmerksamkeit schenkten uns dafür die polnischen Grenzer. Insgesamt kostete uns das nicht mehr als eine halbe Stunde, keine vier, auf die wir uns eingestellt hatten. Jedes Abenteuer hat seinen Anfang und sein Ende. Mein Abenteuer endete mit dem Rückflug über den Wolken und mit Überlegungen, über welchen Fluss wir gerade fliegen …



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