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EVS - Helau!
Helau aus Görlitz
Ich habe schon lange nicht mehr so viele Kilometer gerissen, wie in den letzten zwei Wochen. Zuerst brach ich nach Zgorzelec auf, wo ich mit Nele und Michael ein deutsch-polnisch-tschechisches Vernetzungstreffen organisierte. Am Freitag, den 13. Februar fuhr ich mit dem Zug über Berlin (ich empfehle Spaghetti-Eis auf dem Berliner Ostbahnhof) und erreichte schließlich Görlitz. Der erste Eindruck war sehr positiv. Ein alter, schöner Bahnhof. Alt war auch unsere Herberge in Zgorzelec, nur im Gegensatz zum Bahnhof renovierungsbedürftig. Es war auch ein bißchen zu kalt in unserem „Seminarraum“, in der Bar wurde Essen (Frühstück und Abendbrot) auf Plastiktellern serviert (analog: Tee/Kaffee in Plastikbechern). Aber, das war uns doch egal! Die netteste Entschädigung dafür war eine tolle von der internationalen Mann (und Frau-) schaft geschaffene Stimmung und die fünfzehnminütigen Spaziergänge im Schnee (Belohnung: leckere polnische Schnitzel, die wir bei der uralten polnischen Musik von Czerwone Gitary verzehrten).

Image Nach einem arbeitsreichen Tag gönnten wir uns auch ein bisschen Spaß und besichtigten Görlitz im Lichte der Nacht. Zum Schluss liefen wir zum Lokal „Zur schwarzen Kunst“. Dort kosteten wir eine regionale Hopfenspezialität und Szefunio hielt eine kurze Ansprache zu meiner Ehre. Der 14. Februar bedeutete für mich keinen Valentinstag, sondern die Halbzeit meines Freiwilligendienstes bei der Aktion West-Ost. Nach den langen Kneipengesprächen über Gott und die Welt wirkte die Schneeballschlacht sehr erfrischend – gerade vor dem Schlafen und Träumen.


Image Schöne Träume hatte ich auch in der nächsten Nacht, die ich in Dresden verbrachte. Was für eine wunderschöne Stadt. Die meisten Gebäude glänzen sogar nach der Renovierung. Schade, dass Dresden keine polnische Stadt ist, sonst würde ich nach dem EFD sofort in die Hauptstadt Sachsens umziehen. Leider hatte ich keine Möglichkeit dort längere Zeit zu bleiben, weil ich schon am Montagmorgen im Zug nach Würzburg saß (ebenfalls sehr schön). Ich war immer von den bayerischen Städten bezaubert, deswegen werde ich mich auch immer mit Freude an Würzburg erinnern, auch wegen der anderen Freiwilligen, die ich dort kennen lernte. Ich hatte wenig Lust auf ein Zwischentreffen der Freiwilligen (Mid-Term-Meeting). Doch meine Einstellung änderte ich ganz schnell. Schon in der Straßenbahn lernte ich die erste Teilnehmerin kennen. Debora hielt genauso wie ich die Wegbeschreibung zur Jugendbildungsstätte in den Händen. Es zeigte sich, dass sie aus Spanien kommt und sich nur auf Englisch verständigt. Wir waren auch für das selbe Zimmer gemeldet. Was für ein Zufall! Als ich die Einladung für das Treffen bekam, befürchtete ich, dass das Seminar nur auf Englisch durchgeführt würde und dass ich dann nicht alles verstehen würde. In Würzburg war ich im Zimmer mit der einzigen Person, die fast gar kein Deutsch konnte und so musste Debora ihr Deutsch üben und ich mein Englisch.

ImageDas war eine schöne Zeit mit sehr netten Menschen, von denen ich viel lernte, vor allem, wie man sich über kleine Dinge freuen kann oder wie man sich auch von den Widrigkeiten des Schicksals nicht unterwerfen lassen darf. Ich brachte nicht nur neue Bekanntschaften nach Düsseldorf mit, sondern auch viel positive Energie und kulinarische Entdeckungen. Am letzten Tag organisierten wir einen internationalen Abend mit verschiedenen Gerichten, so dass Spezialitäten aus Spanien, Italien und der Türkei (Gökhan, Harun, euer „menemen“ war sehr lecker, himmlisch!) auf den Tisch kamen. Ein ukrainisch-polnisches Team bereitete Pfannkuchen vor. Da ich aber kein kulinarisches Talent besitze, kümmerte ich mich um Spiele für die TeilnehmerInnen, die in Polen am Andreasnamenstag (am 30.November) gespielt werden. Obwohl wir die Prophezeihungsspiele im Februar machten, bereiteten sie allen viel Spaß und es wurde vorhergesagt, dass ich im kommenden Jahr heirate. Es fiel uns sehr schwer, uns voneinander zu verabschieden, aber wir hoffen auf das nächste Treffen im Mai, wenn wir alle an einem gemeinsamen zukünftigen Projekt teilnehmen werden.


Helau aus Düsseldorf
Image Düsseldorf war ein Tollhaus! Es reichte, dass ich in Düsseldorf mit dem Zug aus Frankfurt kommend ausstieg, plötzlich hießen mich viele mehr oder weniger verkleidete Passanten mit einer lauten Begrüßung willkommen: Helau! Ich bereue, dass ich nicht an der Weiberfastnacht in Düsseldorf mit dabei war, als die alten „Möhnen“ das Rathaus stürmten. Zwar wird diese Tradition auch in Würzburg gepflegt, ich hatte jedoch leider keine Schere dabei, um dem Kellner seine goldene Krawatten abzuschneiden… Ich vergaß auch, dass man an demselben Tag in Polen den „fetten Donnerstag“ feiert und viele Krapfen ißt. Ich habe keinen einzigen Krapfen gegessen :-(.


Der Höhepunkt des Karnevals in Düsseldorf kam für mich am Tulpensonntag und Rosenmontag. Am Sonntag ging ich mit Daniela und ihren Freunden durch die Stadt. Alle waren wir als Piraten verkleidet, gingen hinter einem Piratenwagen her und riefen laut HELAU! In Düsseldorf wird an diesem Tag auch ein Kinderumzug veranstaltet - also eine Art Generalprobe für den Rosenmontag. Am Montag war wirklich viel los! Tausende Jecken stürmten alle Hauptstraßen Düsseldorfs. Unglaublich, dass an dem Tag 14 Tonnen Süßigkeiten aus den Wagen geworfen werden. Und das alles muss von den Zuschauern aufgesammelt werden. Kinga und ich beobachteten überrascht, wie die Menschen um die Kammellen kämpften und erst nach einer Weile versuchten wir selbst auch einige Bonbons zu bekommen. Nach vier Stunden hatten wir je eine halbe Tüte mit Süßigkeiten, in dieser Zeit sammelten andere Kinder (und nicht nur die) zwei große Einkaufstaschen voll Kammellen. Nun stellt sich die Frage, wie lange warten sie danach in der Schlange beim Zahnarzt… Glücklicherweise kommt jetzt die Fastenzeit. Kinga und ich beschlossen vierzig Tage ohne Schokolade auszuhalten. Das wird keine einfache Zeit…




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