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EVS - Flucht vor dem Winter in Masuren
Image Ich bin vor dem polnischen Winter geflüchtet bzw. genauer gesagt vor dem Frost in Polen. Es fing schon an Silvester an, aber so richtig kalt wurde es in der Nacht vom 4. auf 5. Januar. In Olsztyn sank die Temperatur auf minus 23 Grad Celsius, was Folgen hatte: gerissene Eisenbahnschienen und Zugverspätungen.

 

Das waren keine günstigen Voraussetzungen für meine Abreise nach Deutschland. Aus Furcht, dass ich am Mittwoch Danzig mit dem Zug nicht rechtzeitig erreiche, bat ich meine beste Freundin mich nach Danzig zu fahren und mich auf dem Flughafen zu verabschieden. Ich bin kein Überredungskünstler, aber diesmal ist es mir gelungen, Gosia zu überzeugen. Gosia kann gut Auto fahren! Man bezeichnet solche Leute in Polen als „Lenkradmeisterin“. Sie hatte keine Angst vor scharfen Kurven, Glatteis oder Schneewehen auf dem Weg von Tylice bis Malbork (Marienburg). Es wehte auch heftig am Mittwoch. Das war auch kein guter Tag für einen Flug. Erst teilte man uns mit, dass der Flug über 30 Minuten Verspätung hat, doch die Besatzung lud ihre Gäste rechtzeitig ins Flugzeug. Ich hatte wieder einen Platz am Fenster und konnte die Sonne bewundern. Alles umsonst. Nach 20 Minuten teilte uns der Pilot der violett-rosafarbenen Maschine mit, dass wir wegen schlechten Wetters keine Abfluggenehmigung erhalten haben und warten müssen. Nach weiteren 20 Minuten und immer noch keiner Genehmigung wurden wir gebeten das Flugzeug zu verlassen und uns ins Terminal zu begeben. Dort habe ich über zwei Stunden verbracht und die vier arbeitenden Schneepflüge betrachtet und bewundert, als aus dem weißen Pulver eine besondere Art von Schneespringbrunnen wurde. Während ich so gesessen hab’, wurde bekannt gegeben, dass der Flug nach Warszawa abgesagt wird. Ich hoffte nur, dass mein Flug doch realisiert wird… Und ja! Plötzlich kam die Mitteilung: alle Fluggäste in Gate Nr.6 sollen sich bereithalten. Statt um 11.45 Uhr startete das Flugzeug um 17.45… Deswegen konnte ich keine Sonne mehr sehen, lediglich einen roten Sonnenuntergangsschein und die Straßenlichter in Koszalin, Szczecin und Berlin. Schließlich landeten wir in Dortmund. Im Shuttlebus zum Bahnhof sprach mich meine Flugzeugnachbarin an und (unglaublich!) es erwies sich, dass sie 1.) die Aktion West-Ost kennt, 2.) auch aus Masuren kommt und 3.) zur selben Schule (Lyzeum) gegangen ist wie ich! Wieder zeigte es sich, wie klein die Welt ist.


Am 7. Januar kam ich wieder in Düsseldorf an. Und schon am nächsten Tag wurde ich überrascht: die Weihnachtsbäume in Düsseldorf wurden aus den Häusern herausgeworfen und warteten auf die Müllwagen. In polnischen Häusern stehen sie noch und warten bis die HausbewohnerInnen die anhängenden Süßigkeiten, kleinen Lebkuchen oder Nüsse essen und bis die letzten Nadeln heruntergefallen sind. Eine andere Überraschung: in einem 1-Euro-Geschäft kann man schon Osterhasen-Figuren, farbige Eier oder Tassen und Kerzen mit Herzen kaufen, na ja bald kommt der Valentinstag.


Image Ab meinem zweiten Arbeitstag war schon viel los. Ich habe mit Szefunio besprochen, dass wir an einem Wettbewerb teilnehmen, und dass ich gemeinsam mit unseren Partnern die Präsentation vorbereite. Außerdem wollen wir auch an einer Ausstellung teilnehmen und dafür müssen auch Bilder ausgesucht und Texte geschrieben werden. Und ich schreibe noch einen kurzen Artikel für den Jahresbericht der Aktion West-Ost. Keine Langeweile im Januar...

Am Wochenende habe ich endlich ein paar Düsseldorfer Ecken kennengelernt. Ich wohne hier schon über drei Monate und habe bisher ziemlich wenig außer dem Stadtzentrum besichtigt. Am Samstag bin ich mit der Straßenbahn zum Park gefahren, an dem ich täglich auf dem Weg zur Arbeit vorbeifahre. Im Düsseldorfer Zentrum gibt es eine schöne und gemütliche Grünanlage mit einem alten Gebäude. Es hat sich erwiesen, dass es eine Kunsthalle ist und ich suche schon in meinem Kalender nach einem Termin um dort vorbeizugehen. Nach dem kurzen Spaziergang habe ich mich entschieden mich noch ein wenig umzusehen und habe einen Hofgarten, an dessen Ende ein kleiner rosa Palast – der Jägerhof steht, entdeckt. Der Jägerhof ist ein Museum, ein Goethe-Museum mit einer Porzellansammlung… Ich überlegte mir, was Johann Wolfgang von Goethe mit Porzellan gemeinsam hatte…


ImageAm nächsten Tag wollte ich mit Kinga und Steffen das schöne Wetter und die Natur genießen. Deswegen fuhren wir Richtung Schloss Benrath. Wieder ein rosa Schloss… Die Sonne wärmte unsere Gesichter und wir genossen den weißen Winter am Rhein. Zwischendurch stärkten wir uns bei einer Pause am Rheinufer mit Knoppers und heißem Tee. Es gibt nichts besseres für die Seele und den Körper als über vierstündiges Lufteinatmen und –ausatmen. Das bringt gute Laune und viel Kraft für die kommenden Tage im Büro…

 

 

 

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Dieses Projekt wurde mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung trägt allein der Verfasser; die Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.

 
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