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Geschichte der Aktion West-Ost
Die Geschichte der Aktion West-Ost geht auf das Jahr 1951 zurück. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten sich die katholischen Jugendlichen, die ihre Heimat in den ehemaligen deutschen Ostgebieten und dem Sudetenland verlassen mussten, in Verbänden organisiert. Nun schlossen sich diese Verbände unter dem Dach "Aktion heimatvertriebener katholischer Jugend" beim Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) zusammen, die später "Aktion katholischer landsmannschaftlicher Jugend im BDKJ" hieß. Von Anfang an war die Versöhnung mit den Menschen, die in den Vertreibungsgebieten eine neue Heimat gefunden hatten, ein wichtiges Ziel der Arbeit. Den Namen "Aktion West-Ost" erhielt der Dachverband im Jahr 1973, als die im Westen geborenen Nachkommen die Arbeit ihrer Eltern fortsetzten. Es war auch die Zeit, in der dank der Ostverträge allmählich der direkte Kontakt mit den Menschen in Polen und der Tschechoslowakei sowie das Reisen in diese Länder möglich wurde.
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Brotzeit in der Nähe von Olsztyn/Allenstein
Das politische Anliegen der Mitglieder bestand darin, die Völker hinter dem "Eisernen Vorhang" nicht aus dem Blick zu verlieren. So war es nur konsequent, dass die Aktion West-Ost zusammen mit dem BDKJ Kontakte zu katholischen Jugendlichen in der DDR pflegte. Im Jahr 1987 gelang es schließlich die erste offizielle Studienfahrt in ein Land des Ostblocks zu organisieren. Es handelte sich um eine einwöchige Rundreise durch Nordpolen, rund um die Uhr begleitet von einer Frau der staatlichen Tourismusgesellschaft Orbis.

 

Nach der Wende 1989 wandelte sich die Arbeit dann fundamental und entwickelte sich zu einer wirklichen Partnerschaftsarbeit. Die vier damals noch aktiven Mitgliedsverbände fanden Partnergruppen in den Herkunftsgebieten ihrer Eltern, mit denen regelmäßige Treffen organisiert wurden. Mit dem Deutsch-Polnischen Jugendwerk sowie mit dem Koordinierungszentrum Deutsch-Tschechischer Jugendaustausch Tandem entstanden auch Förderinstitutionen, die solche Begegnungen erleichterten. Auch intern wandelte sich einiges: 1989 wurde ein eigener Rechtsträger gegründet und der Sitz der Aktion West-Ost von der Ackermann-Gemeinde in München ins Jugendhaus Düsseldorf, die Zentrale des BDKJ, verlegt.

 

Der Dachverband war bemüht, sich durch Fortbildungen im interkulturellen Lernen neue Perspektiven zu erschließen und durch Studien- und Begegnungsreisen (u.a. nach Rumänien, Albanien, Sibirien, Sankt Petersburg, Litauen und Bosnien) neue Länder kennen zu lernen und Kontakte zu knüpfen. 1997 wurde dann zum ersten Mal eine große trilaterale Jugendbegegnung in Pirna bei Dresden mit rund 100 Jugendlichen veranstaltet, an der sich alle Mitgliedsverbände mit ihren Partnern aus Polen und Tschechien beteiligten. Diese Begegnungen wurden alle zwei Jahre jeweils in einem anderen Land wiederholt. Die drei bis vier jährlichen internationalen Veranstaltungen auf Dachverbandsebene wurden immer öfter mit drei Nationen und kontinuierlichen Partnern auch aus der Ukraine, Litauen, der Slowakei und anderen Ländern durchgeführt. Verstärkt machte die Aktion West-Ost ihre Erfahrungen auch anderen Trägern in Form von Publikationen nutzbar. "Asche, Sakrament und Grenzverkehr", ein Leitfaden für den Austausch mit Polen, erschien 1994, die Eurogames - eine Spiele- und Methodensammlung für internationale Jugendbegegnung, gibt es inzwischen in der 4. Auflage. 2007 erschien eine Arbeitshilfe für internationale Jugendbegegnungen (EuroBridge).

 

Im Rahmen der 50-Jahr-Feier 2001 wurde schließlich ein Förderverein gegründet, der die Arbeit der Aktion West-Ost unterstützen und finanzielle Risiken abfedern soll. Junge Leute für die Partnerschaftsarbeit zu gewinnen, ist dabei die Chance und zugleich größte Herausforderung der Aktion West-Ost in der heutigen Zeit.

 
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