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EVS - Treffen nach einigen Wochen

Fünf Wochen nachdem ich meinen Freiwilligendienst bei der Aktion West-Ost abgeschlossen hatte, kam ich zurück nach Deutschland, um die vielen neuen Freunde und Bekannten zu besuchen.

 

Image Seit ich wieder in Polen bin, habe ich mich mit verschiedenen kleinen Dingen beschäftigt: von der Suche nach einer Möglichkeit, Plakate im Großformat möglichst günstig zu drucken,über die Übersetzung kurzer Texte bis hin zu abendlichen Treffen mit alten Freunden und vielen Kinobesuchen, um das Verpasste nachzuholen. Aber um ehrlich zu sein muss ich gestehen, dass ich die Tage bis zu meiner Fahrt nach Gemen gezählt habe. Es ist unglaublich: mein Abenteuer mit der Aktion West-Ost fing vor vier Jahren in der Jugendburg Gemen an. Der Kreis schloss sich dann in diesem Jahr beim Gementreffen des Adalbertus-Werks und der Adalbertus-Jugend, wo ich wieder den Zauber der Burg erleben konnte. Als ich zum ersten Mal dort hin kam, hatte ich an einer internationalen Jugendbegegnung vor dem Weltjugendtag teilgenommen. Dieses Mal kam ich auf die Einladung des Adalbertus-Werks, das auch mit der Aktion West-Ost zusammenarbeitet.

ImageAm 28. Juli, meinem Geburtstag, verbrachte ich zwölf Stunden in verschiedenen Verkehrsmitteln, um nach Gemen zu gelangen. Aber es lohnte sich. Ich wurde sehr nett empfangen und konnte den Rest des Tages in einem gemütlichen Lokal bei Raki die Gesellschaft sehr lieber Menschen (die für mich ein Geburtstagslied auf Polnisch sangen!) genießen. Ich dachte, das waren alle Überraschungen für meinen Geburtstag, aber ich irrte mich. Am nächsten Tag, als Viola und Wolfgang offiziell die Veranstaltung eröffneten, baten sie alle, die im Rittersaal versammelt waren, für mich ein Geburtstagslied zu singen. Einige dutzend Leute sangen nur für mich! Das hätte ich nie erwartet!


Der Aufenthalt in Gemen brachte mir viel positive Energie. Vor allem sammelte ich neue Erfahrungen, weil ich dort als Sprachmittlerin arbeitete. Die Übersetzung oder Zusammenfassung von Referaten bereitete mir viel Stress, aber ich bekam auch ein sehr positives Feedback für meine Arbeit, was mir sehr geschmeichelt hat und Kraft für die weitere Arbeit gab.


Mit einer deutsch-litauisch-polnischen Jugendgruppe fuhr ich an einem der Tage nach Aalten in den Niederlanden. Dort besichtigten wir ein Museum, das sich mit den Schicksalen von „normalen Menschen“ während des Zweiten Weltkrieges beschäftigt, insbesondere mit Leuten, die an der deutsch-holländischen Grenze wohnten. Das war ein sehr lehrreicher Besuch, da wir dort auch die Möglichkeit hatten, mit Zeitzeugen zu sprechen. Eine Frau, die noch vor dem Ausbruch des Krieges das Haus des heutigen Museums bewohnte, veranschaulichte uns, was für einen großen Einfluss die politischen Ereignisse auf das Leben einzelner Leute hatten. Junge Leute kennen heute nur Zeiten des Friedens und machen sich keine Gedanken darüber, dass freundschaftliche Verhältnisse zwischen zwei Nachbarländern auf Grund von Beschlüssen der Regierungen sehr schnell zerstört werden können. Innerhalb von wenigen Tagen konnte ein Freund zum Feind werden, nur weil er einer anderen Nationalität angehörte. Deswegen sollte man sich heutzutage freuen, dass die Grenzen in der EU nur noch auf der Karte existieren.


Auch die Abendgespräche nach dem offiziellen Programm trugen zu meiner guten Stimmung bei. Meistens verbrachte ich die Zeit mit meinen Gasteltern aus Düsseldorf. Aber auch meine Gastschwestern bereiteten mir eine große Freude und kamen am Sonntagmorgen zu Besuch nach Gemen. Endlich, nach fünf Wochen, konnte ich wieder mit meiner Gastnichte auf dem Spielplatz toben. Der Aufenthalt in Gemen war auch ein guter Anlass, zwei Geschäftsführer der Aktion West-Ost (wieder)zutreffen: den ehemaligen – Steffen – und den derzeitigen – Bernd. Außerdem lernte ich die sehr nette Praktikantin bei der Aktion West-Ost, Anna-Lena, kennen.


Image Eines Abends unterhielt ich mich mit Pater Diethart, und ich erzählte ihm von meiner Ausstellung, die ich in Olsztyn vorbereitet hatte. Pater Diethart interessierte sich so sehr dafür, dass er beschloss, an der Vernissage teilzunehmen. Es stellte sich auch heraus, dass es zufälligerweise noch einen freien Sitzplatz im Flugzeug nach Danzig gab. Solch einen Anlass konnte Pater Diethart nicht verpassen! Und so kam ich aus Deutschland nicht alleine nach Olsztyn zurück. Am Mittwoch den 5. August kam also zur Eröffnung ein außergewöhnlicher Gast! Zum ersten Mal trat ich dort als Organisatorin und Autorin einer Ausstellung auf. Deswegen freute mich auch, dass meine Freunde und andere Menschen die Eröffnungsfeier besuchten, die sich auch im Sommer für das Thema Karneval interessierten. Die offizielle Eröffnung fand ihr Ende nicht nur mit den Worten: „Ich lade Sie herzlich zum Anschauen ein!“ Denn erstaunlicherweise wurde ich auch um ein Autogramm gebeten (da ich so überrascht wurde, wusste ich gar nicht, was ich aufschreiben sollte...). Außerdem konnte ich mein Wissen über Karneval weitergeben, das ich während meines Aufenthaltes als Europäische Freiwillige in Düsseldorf erworben hatte.


Einen Monat nachdem ich wieder in Polen bin, stelle ich fest, dass die Erfahrungen, die ich als Freiwillige machte, nicht zu unterschätzen sind. Man ist sich nicht bewusst, welchen Einfluss solch ein Abenteuer auf einen Menschen ausüben kann. Obwohl man weit weg von seiner Familie und Freunden ist, schließt man neue Bekanntschaften, Freundschaften etc, die unsere Weltanschauung verändern. Mein Freiwilligendienst dauerte neun Monate. Es kommt zwar kein Kind auf die Welt (ich meine hier das Projekt Panda BY, das leider nicht realisiert wird), doch in dieser Zeit entwickelte ich nicht nur neue Fähigkeiten sondern auch meine Persönlichkeit.

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Dieses Projekt wurde mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung trägt allein der Verfasser; die Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.

 
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